Schon seit mehr als 100 Jahren bringt die Wendelsteinbahn in den oberbayerischen Kalkalpen Wanderer und Tagesausflügler hinauf auf den gleichnamigen Berg. Somit ist sie die älteste Hochgebirgsbahn in Deutschland – ein nostalgisches Prachtstück, das einen ganz besonderen Charme besitzt. Natürlich ist es heutzutage auch möglich, den Gipfel mit der modernen Seilbahn zu erreichen, aber mal ehrlich: Seilbahnen gibt es doch (fast) an jedem Berg. Die Zahnradbahn ist dagegen eine echte Rarität. 30 Minuten benötigt sie, um die 7,6 Kilometer lange Strecke zu überwinden. Ganz gemütlich tuckert sie hinauf zur Bergstation, die in diesem Fall übrigens ganz stilecht Bahnhof heißt.

Wendelsteinbahn – Rarität & Prachtstück seit 1912

Aber trotz der vielen Jahre, die die Zahnradbahn mittlerweile auf dem Buckel hat: Aus den Fugen geraten ist sie deshalb noch lange nicht. 1991 wurde sie umfassend saniert, wobei der nostalgische Charakter aber glücklicherweise erhalten blieb. Die reizvollen Doppeltriebwagen verfügen mittlerweile über große Panoramafenster, so dass die Fahrgäste unterwegs ausgiebig die mächtigen Felsen und saftigen Almwiesen bewundern können. Und wer weiß, vielleicht sieht ja der eine oder andere Mitfahrer aus dieser Perspektive sogar seine Ferienwohnung ganz unten im Tal!

Sollte man sich trotz der Preise gönnen, eine Fahrt mit der Wendelsteinbahn.

Sollte man sich trotz der Preise gönnen, eine Fahrt mit der Wendelsteinbahn. 1)

Erwachsene zahlen für die Hin- und Rückfahrt 29,50 Euro, Familienkarten sind für 64,00 Euro erhältlich. Kein ganz billiges Vergnügen, aber dennoch ist die Investition sehr lohnenswert. Schließlich kann niemand wissen, wann die betagte „Dame“ eines Tages ihren Weg hinauf zum Gipfel nicht mehr schafft und in den wohlverdienten Ruhestand geschickt wird. Dann bleibt den Ausflüglern nämlich nur noch die Möglichkeit, mit der modernen Seilbahn nach oben zu gelangen.

Hier passiert die Wendelsteinbahn die "Hohe Mauer" zwischen Tunnel 5 und 6.

Hier passiert die Wendelsteinbahn die „Hohe Mauer“ zwischen Tunnel 5 und 6. 2)

Bis dahin sollten Urlauber in Oberbayern die Gelegenheit beim Schopf ergreifen und den Wendelsteingipfel mit der Zahnradbahn erreichen. Sie gilt bereits jetzt als fahrendes Museum, denn viele Teile stammen noch immer aus der Anfangszeit um 1911. Übrigens: Alle acht Jahre wird jeder einzelne Wagen komplett zerlegt, überprüft und liebevoll gepflegt. Vielleicht tuckert die Zahnradbahn ja auch im nächsten Jahrhundert noch hinauf zum Wendelstein?

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